mannomann

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , , am 1. Februar 2010 von illepoint

Vor ein paar Hundert Jahren wäre es kein gesellschaftlicher Fauxpas mit einem älteren Herrn lieert zu sein. Wenn ich heute mit Henri nichts anderes als nur unterwegs bin, würden mir die meisten Menschen wegen der Kluft zwischen ihm und mir am liebsten ins Gesicht spucken. Wegen der verachtenden Blicke werde ich aber seine Gesellschaft nicht missen wollen. Ich pfeife auf eure Meinung: vive et sine vivere!

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es mir warm ums Herz geworden. Korallenrot rief mich völlig betrunken an. Er konnte nicht sagen, wo und in welchem Hotel er sich gerade befindet, er sagte mir mit seiner samtigen warmen Stimme nur ein „Ich liebe Dich“…

kulturelles karussell

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , , , , , , , , , am 1. Februar 2010 von illepoint

In dem Theaterstück, das nach Kafkas „Amerika“ („Der Verschollene“) von Alejandro Tartanian im Nationaltheater Mannheim inszeniert wurde, erkannte ich weder Kafka noch die Ironie der Erzählung. Insgesamt fand ich das Schauspiel sehr flach. Vielleicht lag es aber an meiner Begleitung – ich war unkonzentriert und gedanklich zerstreut. Nichtsdestotrotz genoss ich den Schauspiel Ragnas Pitoll und die Schönheit Siljas von Kriegstein. Das Bühnenbild fand ich auch artig und angenehm fürs Auge.

Nickelback kam und siegte. Die Mannheimer SAP-Arena spuckte Feuer und ließ Blitze regnen. Feiner Alternativrock und traumhafter Post Grunge strömte in meine Ohren. Dopamin und Serotonin füllte mein Gehirn. Chad Kroeger unterhielt das Publikum mit Charme und Sexappeal. Eine Gruppe von Teenagern schrie: „We want sex!!!“ “How are you off for money? You can have only Mike, my Guitarist for free…”, scherzte Chad. A. und P., die mit dabei waren, fehlte an Schwung und Euphorie. Ich schrie, sang mit und tanzte, konnte mich aber nicht in eine absolute Ekstase versetzen. Meine Liebste M., ich vermisste dich und deine Fähigkeit zur Begeisterung sehr!

Beim Konzert von Buena Vista Social Club fehlte an der rauchigen, staubigen kubanischen Stimmung, die ich von seiner Filmproduktion kenne und schlicht erwartete. Die Atmosphäre war zu brav und steril, die jungen Protagonisten unauthentisch, nur noch die Altmeister des Gesangs wie Papi Oviedo und Siomara Avilla Valdes Lescay mit ihrer starken schrillenden Glockenstimme sowie der 77-jährige Tänzer Luis Chacon und der markante Eric Turro Martinez lieferten eine meisterhafte Show. Schade nur, dass es den Künstlern nicht gelungen ist, dem Publikum zu helfen sich imaginär an eine kubanische Bar zu versetzen und das südamerikanische Lebensgefühl zu genießen.

Ebenso enttäuschte mich ein wenig das Tanzspiel „Don Quixote“ des großen Meisters des modernen Balletts Boris Eifman. Die Choreografie war wie immer großartig, die Inszenierung verlor jedoch meiner Meinung nach durch das Bühnenbild und Kostüme an Qualität. Das Licht auf der neuen Bühne im Pfalzbau LU schien mir auch zu hart zu strahlen und stahl die Atmosphäre. Nachdem ich mehrere grandiose Stücke des russischen Choreografen gesehen hatte, erwartete ich erneut einen Rausch der Sinne. Diesmal bekam ich mit Bedauern keine Gänsehaut, dafür ein Autogramm von Eifman selbst. Er saß in der Pause im Foyer des Theaters unerkannt mittendrin in der Menschenmasse und ich traute mich seine Ruhe zu stören.

Ein Foto von Anna als Fotograf und mir als Darstellerin gewann den 2. Platz in einem deutschladweiten Fotowettbewerb, das von einer führenden Foto-Zeitschrift jedes Jahr organisiert wird. Ich freue mich riesig. Bitte entschuldigt, dass ich hier das Kunstwerk nicht veröffentliche – ich bin völlig entkleidet in einer Ballettpose , sehr natürlich, so wie mich Gott schuf, abgebildet.

pannen und weisheiten

Veröffentlicht in * cela fait plaisir à entendre, * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , am 31. Januar 2010 von illepoint

Die Weisheit des Tages: Sensible Frauen werden von Männern als kompliziert oder unbequem bezeichnet. Bleibt schön dumm, hörig, brav und feucht. Dann irritiert ihr auch keinen und ihr wird zum Essen eingeladen. Die Frage ist nur: Ist die Mühe einen Steak wert?

Ich habe einen wunderbaren Abend mit drei grandiosen Diven (Melody Gardot, Sophie Milman, Rebekka Bakken) verbracht und frage mich, welche von ihnen das Essentielle trifft: Baby I’m A Fool, So Long, You Fool oder Nobody’s Fool?

Henri hat mich als „alten Vogel“ und “Altgebärende” bezeichnet. Ein Mann, der doppelt so alt ist wie ich, sogar noch ein paar Jahre älter. Aber Henri darf sich solche Aussagen erlauben: Er ist ein vornehmer Bengel, dem Frauen aus der Hand fressen. Weil er noch Kinder zeugen kann und reinen Kaschmir trägt.

differenz

Veröffentlicht in * la passion de la liberté mit Tags , , , , am 24. Januar 2010 von illepoint

Es war schon nach Mitternacht. Er hielt seinen Wagen an. „Ich möchte nur deinen Körper spüren, dich berühren… ohne in dich einzudringen“, sagte er. Die Luft ist schwer vor Sinnlichkeit geworden, man hörte nur ein unruhiges Atmen. Sein Geruch war ihr nicht fremd und nicht abstoßend. Nur seine Hände verrieten sein Alter. Die Hände, die in unerwarteten Momenten vor Kraft protzten und zugleich sehr zärtlich sein konnten. Er erinnerte sie an ihn, intensiv, fast drastisch. Seine Art, seine Worte, seine Gestalt und auch das Unbeschreibbare. Nur die Distanz, der Abstand zwischen ihren Geburtsjahren war gewaltig.

dankbarkeit

Veröffentlicht in * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , , am 23. Januar 2010 von illepoint

H. stand wieder vor A. Haus. Er klingelte und sie öffnete die Tür. Er kann nicht ohne sie, kann aber nicht mit ihr. Sie brachten in Tränen aus. Das Wiedersehen bereitete A. ungeheure Qualen. Die schmerzenden Geschwülste der unerfüllten großen Liebe waren fast schon geheilt – er kam aber vorbei, umarmte sie und riss dabei die Wunden auf. Langsam bildete es sich ein neues Gewebe bei ihr, jetzt blutet sie wieder. Ich fühle ihr Leid und empfinde eine große Dankbarkeit gegenüber Egon – für das radikale Ende unserer Geschichte. Es entstand zwar bei mir eine scharfe Schnittwunde, diese wurde jedoch nie wieder aufgeschlitzt.

schmerzgrenze

Veröffentlicht in * la passion de la liberté mit Tags , , , , , , , , , am 22. Januar 2010 von illepoint

Meine Tante feierte an dem Tag die Eröffnung ihres edlen Juweliergeschäftes. Ich kam gerade vom einfachen bürgerlichen Fest, den ich mit Korallenrot besuchte. Er ist vom Tisch aufgestanden und verschwand in der Menschenmasse. Ich verlor ihn aus den Augen. In dem nach Bier stark riechenden Tumult suchte ich ihn verzweifelt mehrere Stunden, bis ich verweint und erschöpft nach Hause kam. Das mehrstockige Haus am Chopinplatz in W. befand sich im Familienbesitz. Die Gäste waren schon da, alle fein gekleidet: Männer in Smoking, Damen in seidenen Kleidern. Man hörte lachen und förmliche Gespräche, kostbarer Champagner sprudelte in Kristallgläsern. Mein Cousin schenkte mir einen kritischen Blick: Wo hast du die ganze Zeit gesteckt?! Wie siehst du denn aus?! Ich hasste das Haus, nachdem es von meiner Tante umgebaut wurde, mein Schlafzimmer befand sich im allerletzten Stock und war spärlich klein. Nichts als ein einfaches Bett, ein moderner Sessel, Entwurf meines guten Freundes, und ein paar alte Möbel von meinem verstorbenen Großvater, die keiner wollte, schmückten das Zimmer. Ich zog meine Kleidung aus, setzte mich auf den Sessel, legte den Revolver neben mich. Meine Einsamkeit erreichte die Schmerzgrenze. Eher ich mich erschieße, …

* Foto – urhebergeschützt

dschungel

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , am 21. Januar 2010 von illepoint

Ich bin der Löwe, der beste von allen,

mit großer Höhle und fünfzig Karren.

Kann dich versorgen, befruchten, beschützen,

du musst nicht kochen, arbeiten, putzen.

*

Ich bin ein Bär mit riesigen Tatzen,

kann boxen, jagen, brummen und kratzen!

Bei mir bist du sicher und gut aufgehoben,

werde dich lieben, verwöhnen und loben.

*

Ich bin Schimpanse mit Hirn und Charme,

sportlich, gesund – ein Frauenschwarm!

Erobere Welten, verdiene viel,

schau auf den Glanz meiner Bankkarten hin!

*

Ich bin ein Fuchs, witzig und schlau,

bei mir erlebst du kein Mega-GAU.

Bezaubernd, erfolgreich, interessant,

und kenne jedes Stern-Restaurant.

*

Ich bin ein Wolf in Menschenhaut,

männlich, vergnüglich, kein wenig versaut.

Trage mich fein, bin sprachlich elegant,

bin auch der beste Börsenspekulant.

leere

Veröffentlicht in * la passion de la liberté mit Tags , am 20. Januar 2010 von illepoint

…halt mich fest!

unruhe

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * un passé tumultueux, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , , , , am 20. Januar 2010 von illepoint

Ich fühle es wieder – diese irrationale Unruhe in mir, eine Kraft, die mich zerreist. Danke Vater! Ich dachte, wir einigen uns auf ein friedliches Sein (du lebst und ich bin auch noch keine Asche) und irgendwie kommen wir auf ein getrenntes Miteinander, mithilfe von über 1000 Kilometern, wenig Kontakt, keinen persönlichen Gesprächen, deren Versuche immer eskalierten. Ich hoffte: Vergessen ist nicht möglich, wir gehen uns jedoch aus dem Weg, und in den flüchtigen Momenten (der Stille zwischen dir und mir), in denen wir uns begegnen (müssen), werden wir uns benehmen – wie Menschen. Und dann reicht es nur ein Anruf, zwei Worte, und das Gefühl ist wieder präsent. Ich sehe dich vergraben, ich will dich nicht haben, kann dich aber aus meinem Leben nicht eliminieren – ich bin ein Teil von dir. Nicht nur mein Gesicht, sondern auch mein Verhalten, mein Wiederholen deines grausamen Habitus erinnern mich daran.

haustier

Veröffentlicht in * la passion de la liberté mit Tags , , , , , , am 18. Januar 2010 von illepoint

Ich träume von einer kleinen treuen Kaffeemaschine, die zu mir passt. So einer wie die „WMF1“, unkompliziert, schön anzuschauen, am besten in schwarz, 20 x 20, mit einer Tasse, einem Knopf, ohne Glas, späteren Scherben und mühsamen Suchen nach Ersatzkannen. Einer, die auf mich hört und in weniger als eine Minute einen Kaffee bereitet. Andere träumen von Haustieren, ich von einer tagaktiven stubenreinen Padmaschine, die ich liebevoll bediene und jeden Morgen mit „Hallo, meine Liebste“ begrüßen kann.

*eine Kaffeemaschine statt einer schwarzen Katze auf dem Sofa…