comeback aus polen

Veröffentlicht in * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , am 2. September 2009 von illepoint

Entgiftung von Alkohol, Falten, Leid,

Tumoren, Behinderungen, Stickstoff, Staub,

Intoleranz, Prahler, Flegeln, Neid,

Neureichen, „Schlauköpfen“, Kitsch und Wirrwarr.

Flucht von der Flut der schwangeren Frauen,

Beton-Wohnblöcken und grauen Mauern,

Second-Hand-Läden und Billigware,

Toyota, Peugeot, Seat und Fiat.

Entzug von Freundschaft, Berührung, Gesang,

Natur, Musik, Kunst, blauen Augen,

Kindern, Familie und schönen Frauen.

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Foto: © reiner sturm / PIXELIO http://www.pixelio.de

k-rainer sturm

veto

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , am 4. August 2009 von illepoint

Gegen Vorherrschaft der Männer lege ich heute, trotz und wegen ihres enormen Einflusses auf mein Sein und Tun, ein Veto ein! In der patriarchalen Monarchie unter A. dürfte ich nur Kotellets-Ökonomie betreiben, die Diktatur F. begrenzte alle meine möglichen Lebensbereiche, die Anhänglichkeit und Häuslichkeit des Proletariers T. machte mein Leben zur Hölle, während der aggressiven Politik Generals E. fürchtete ich mich zu bewegen, zu reden und zu atmen. Im Resultat verhinderte das despotische Denken der Männer mein wahres Ich zu entfalten. K. führt einen marktwirtschaftlichen Kapitalismus pur, wird es sich auf Dauer bewahren?

P.S. Die Gedanken entstanden unter dem Einfluss mehrerer historisch-kulturwissenschaftlicher Texte, bald lese ich Kafkas „Erzählungen“ – es wird also „heiter“…

besser

Veröffentlicht in * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , am 31. Juli 2009 von illepoint

Alles kann nur noch besser werden – meine Mutter kann nicht noch einmal sterben, mein Vater wird nicht mehr jung, meine Kindheit wird nicht mehr schlecht. Mein Sohn kommt kein zweites Mal mit einer Behinderung auf die Welt, ich werde mich von A. nicht mehr scheiden lassen, die vergossenen Tränen können nicht mehr vergossen werden und das gebrochene Herz ist schon gebrochen.

die zweite

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , am 26. Juli 2009 von illepoint

Wäre ich Korallenrots Frau, könnte ich sonntags keine drei Stunden Fernseher-Zapping machen, danach nur in meinem Morgenmantel und High-Heels laufen, um meinen Körper im Bad-Spiegel zu betrachten. Ich könnte nicht um 14 Uhr frühstücken und zum späteren Mittag nur gebratenes Gemüse mit Überdosis an Knoblauch essen. Ich dürfte nicht öde aussehen und die unerotische Baumwollunterwäsche tragen, die mir Tante Krysia vor ein paar Jahren schenkte. Ich könnte nicht lesen, schreiben, stundenlang telefonieren, Freunde oder Millionen Seiten im Internet besuchen, krasse Sprüche aus den Zeitungen ausschneiden und manchmal einfach nur stillschweigen.

Wäre ich Korallenrots Frau, müsste ich mich nicht um das Rasenmähen kümmern, müsste keine Einkaufstüten und Getränke schleppen, würde Putzhilfe besitzen und mir um Vieles keine Gedanken machen müssen. Ich würde mit ihm mehrmals im Jahr Urlaub verbringen,  ins Kino gehen, überall seine Hand halten, könnte mit ihm Welten erobern, Sterne betrachten, Weihnachten, Silvester und Geburtstage feiern und würde keine Achterbahn der Emotionen und Gefühle fahren. Ich müsste mich nicht bei allen Alltags-Aufgaben so eisern und einsam fühlen und mich ständig fragen: richtig oder falsch, gut oder schlecht. Wäre ich Korallenrots Frau und nicht nur die Zweite.

verlegen

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , am 12. Juli 2009 von illepoint

Ich bin verlegen von Deinen Geschenken: Deiner warmen Stimme mitten in der Nacht, Deiner verständnisvollen Art, Deiner Anwesenheit, wenn ich Dich anrufe, während eines stressigen Arbeitstags, Deiner Gelassenheit beim Lösen Deiner Aufgaben, Deiner emotionalen Stabilität, Deinem Vertrauen, das Du mir schenkst, Deiner Ehrlichkeit, Deiner offenen positiven Art, keinen Zeichen an Aggressivität, Hochnäsigkeit, Arroganz, Deinem sicheren, energischen Auftreten, Deinem Temperament. Ich bin verlegen von Deiner Liebe, die Du mir ohne Ängste schenkst.

moleküle

Veröffentlicht in * cela fait plaisir à entendre, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , am 4. Juli 2009 von illepoint

intensiv

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * un passé tumultueux, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , , am 4. Juli 2009 von illepoint

Es gab einmal fünf intensive Farbtöne: Nussbraun, Stahlblau, Kornblau, Beige und Korallenrot. Nussbraun war meine erste große Liebe, schaute mich melancholisch mit seinen runden Augen an, verbrachte jede freie Minute mit mir, ohne Streitereien und nahm mich als Frau. Stahlblau war gebildet, reif, erfahren und bestimmend, formte mich, zeigte die Welt, es liebte mich sehr. Kornblau kam vom heiteren Himmel, fröhlich, witzig, energisch, fest hielt es sieben Monate meine Hand. Da gab es noch geflecktes Beige… Eine unbeschreibliche Farbmischung, dennoch intensiv. Ich wollte ihn, er mich (vielleicht, womöglich, doch) nicht. Heute herrscht das Korallenrot, nur ein paar Monate nach Beige. Ich hätte es nicht gedacht – zwischen den anderen intensiven Tönen lagen mindestens fünf Jahre Abstand. Alles dazwischen war ein mattes Grau, mal ein warmer Ton, mal kühler, mal gestreift.

korallenrot

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , am 4. Juli 2009 von illepoint

Korallenrot wird intensiver, es verwandelt sich in ein sattes Dunkelrot, aber niemals Bordeaux, dafür trägt er in sich zu viel Kind. Trotz seines gesellschaftlichen Ansehens und feiner Anzüge, benimmt er sich an manchen Tagen einfach unzensiert. Ich liebe es in ihm. Im Korallenrots Blut fließt Benzin. Über dreißig Jahre fuhr er Tourenwagen durch die Grüne Hölle. Er fährt Autos sicher und sehr schnell, nur manchmal bucht er kein Hotel, nimmt seinen alten laut brummenden VW-Bus, um in einem schlichten schwarzen T-Shirt bei Rock am Ring, Formel 1 oder 24h-Rennen ein paar Tage zu verbringen. Ich liebe seine Schulter, Unterarme und Hände. Sie sind männlich, warm und fest. Er hält gerne meine Hand in seiner, streichelt meine Beine, drückt mich fest an sich, flüstert ins Ohr: „Ich bin sehr glücklich mit Dir…“.

farbtöne

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , am 11. Juni 2009 von illepoint

madame ice...blue

Madame Ice Blue // Foto: © Rita B.

  1. Grau-Beige. Egons Bild verblasste bis zum Grau-Beige-Farbton. Eine nichts sagende Farbe sozusagen – die Farbe Rot hatte ihn durchgeschlagen (siehe Punkt 2).
  2. Rot. „Mit einem Bolzen schlägt man den anderen heraus“, sagte mir einmal nach einem französischen (!) Sprichwort meine alte Schulfreundin vor vielen Jahren beim Wein. Monatelang dachte ich – Unfug, mein Leib verlangte aber das Gegenteil… Der neue Mann hat einen warmen Korallenrotton (siehe Punkt 3), intensiv genug, um die Beigetöne blass aussehen zu lassen.
  3. Korallenrot ist so selbstverständlich und unkompliziert, dass es alles wie in einem guten Liebesfilm läuft. Keine Zweifel, Handlung statt Spiel oder Illusionen und all das stark, spannend und abwechslungsreich, dass das Live-Kino peu a peu an reichlichem Niveau und sichtbaren Qualitäten gewinnt.
  4. Giftgrün contra Biergelb also Gegensätze ziehen sich an. So z.B. hat das moderne giftgrüne Ambiente eines gewissen Bahnhofscafés neue Beschriftungen bekommen. Nach alter Kalligrafie stilisiert, lassen sie den Betrachter die Bierkultur des Landes nicht vergessen. So kann jeder Gast italienische Antipasti mit französischem Käse verspeisen, dabei an Brezel, Weizenbier und Trachten denken. Fast „Mulikulti“ – die Absicht des Initiators war hier jedoch sicherlich ein Stück Bayern in Mannheim zu schaffen.
  5. Ice Blue – Nein, ich habe nicht geheiratet, und werde wohl auch nie. Bleibe unsterblich gerne eine „femme fatale“. Wer t r a u t sich denn dann? ;)
  6. Schwarz auf Weiß. Ich schreibe wieder. Yeah!

gut

Veröffentlicht in * la passion de la liberté, * vivre dans l'instant présent mit Tags , , , , , am 11. April 2009 von illepoint

Meine Rückkehr ist keine Rückkehr, aber auch keinerlei Abschied von meinen treuesten Lesern – edithalisa, lesekater, burkhardt und meinen Freunden. Ich denke an (lese) Euch. Es geht mir gut und das ist der Grund, weshalb ich nicht schreibe. Für eine Satire reicht es an Stoff nicht aus, ein Drama ist ausgeschlossen. Ich trage trockene Augen und kein lautes Lachen, alles ist leise, ruhig, nicht intensiv genug geworden. In den letzen Wochen entdeckte ich in mir zwei neue Ich-Seiten. Völlig überraschend, aus Laune heraus entschied ich mich, etwas mir bisher Unbekanntes zu erforschen. Wegen Zeitüberschuss nach all den sehr gut bestandenen Prüfungen konnte ich es mir erlauben. Es bedarf viel Disziplin, ich betrachte es aber als Herausforderung, einen kurzen Lebensabschnitt, Beweis für meinen egomanischen Charakter. In den letzten Wochen erlebte ich auch Glücksmomente… B. stand nach sieben Jahren Stille vor meiner Tür. Sie war in London, danach verlor sie sich irgendwo weit weg in Deutschland, jetzt ist sie wieder in der Nähe. Sie stieg damals nachts nach einem Streit ins Auto und meldete sich nie wieder… Jetzt stand sie da, wir konnten den Tränenfluss kaum aufhalten, ich liebte sie so sehr. L. kam auch vor ein paar Tagen vorbei, umarmte mich ohne Worte und es war wie vor dem Megagau im Sommer letzten Jahres. Wir sprachen nur über Neues, das Alte wollten wir nicht ansprechen. Ich bin viel in Bewegung, gut gelaunt, doch ziemlich gefühllos. Wie ein großer glatter abgekühlter Stein, der sehr viel Sonne braucht, um sich wieder zu erwärmen.